Digitale Transformation: Neue Geschäftsmodelle entwickeln

Digitale Transformation: Neue Geschäftsmodelle entwickeln

Die Automobilbranche steht unter Druck. Traditionelle Geschäftsmodelle funktionieren nicht mehr, wenn Konkurrenten digital agieren und Kunden neue Erwartungen haben.

Ein digitales Transformationsgeschäftsmodell ist keine Option mehr – es ist eine Notwendigkeit. Wir bei Dealer Recode sehen täglich, wie Automotiv-Unternehmen ihre Prozesse automatisieren, neue Vertriebswege erschließen und datengestützte Entscheidungen treffen.

Dieser Beitrag zeigt Ihnen konkrete Strategien, um Ihr Geschäftsmodell zukunftsfähig zu gestalten.

Wo Automatisierung und neue Datenquellen das Geschäft umgestalten

Unternehmen, die ihre Kernprozesse nicht automatisieren, verlieren an Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Eine IBM-Studie mit über 1.200 Führungskräften zeigt, dass 79 Prozent die technische Komplexität bei der Hardware-Software-Integration als große Hürde sehen – doch genau hier liegt die Chance.

79 Prozent sehen die Hardware-Software-Integration als große Hürde

Automatisierung und neue Datenquellen versprechen Unternehmen reibungslosere Abläufe und schnellere Ergebnisse. Automatisierung bedeutet konkret: Auftragsabwicklung läuft ohne manuelle Eingaben ab, Bestandsverwaltung erfolgt in Echtzeit, Verfügbarkeitsprüfungen werden von intelligenten Systemen übernommen. Robotic Process Automation reduziert Fehlerquoten erheblich und setzt Ihre Teams frei für strategische Aufgaben. Gleichzeitig ermöglicht die Integration von IoT-Daten mit modernen ERP-Systemen wie SAP S/4HANA eine durchgängige Sichtbarkeit über die gesamte Wertschöpfungskette. Der digitale Zwilling Ihres Maschinenparks visualisiert Produktionsprozesse exakt und erlaubt Optimierungen, bevor sie in der Realität umgesetzt werden.

Vertrieb und Kundeninteraktion neu denken

Traditionelle Vertriebsstrukturen funktionieren nicht mehr, wenn Ihre Konkurrenz Direct-to-Consumer-Modelle etabliert hat und Kunden Transparenz erwarten. Neue Vertriebskanäle bedeuten nicht nur Online-Verkauf, sondern intelligente Omnichannel-Systeme, die Kundeninteraktionen nahtlos verknüpfen – vom digitalen Konfigurator bis zur After-Sales-Betreuung. Abo-Modelle für softwarebasierte Dienste und Zusatzfunktionen versprechen wiederkehrende Einnahmen statt Einmalverkäufe. Laut der IBM-Studie könnten bis 2035 etwa 51 Prozent des Umsatzes von Herstellern aus digitalen und softwarebasierten Dienstleistungen stammen, gegenüber nur 15 Prozent heute.

Bis 2035 51 Prozent Umsatz aus digitalen Services, heute 15 Prozent - digitale transformation geschäftsmodell

Intelligente Chatbots und KI-Assistenten automatisieren einfache Kundenanfragen und erhöhen die Zufriedenheit, während Ihre Mitarbeiter sich auf komplexe Probleme konzentrieren. Personalisierung wird zum Differenzierungsfaktor: KI-basierte Routenvorschläge, individuelle Sound- und Lichtsteuerung sowie nahtlose Integration mit Smart-Home-Systemen schaffen Erlebnisse, die Kunden nicht vergessen.

Daten als Entscheidungsgrundlage etablieren

Unternehmen, die datengestützte Entscheidungen treffen, reagieren schneller auf Marktveränderungen und vermeiden teure Fehlinvestitionen. Eine starke Data Foundation mit klarer Data Governance, Cloud-Architekturen und einer durchdachten Datenstrategie ist die Basis (ohne diese Grundlagen bleiben digitale Initiativen fragmentiert und ineffektiv). Das bedeutet konkret: Echtzeit-Dashboards für KPIs, Prozessvisualisierung, die sofort zeigt, wo Engpässe entstehen, und maschinelles Lernen, das Ihnen Prognosen für Nachfrage und Lieferkettenstörungen liefert. Data Marketplaces für Connected-Car-Daten gewinnen an Bedeutung – Fahrzeugdaten sind ein Rohstoff, aus dem neue Geschäftsmöglichkeiten entstehen. Generative KI beschleunigt dabei die Produktivität: Laut IBM können KI-Tools die Produktivität in der Softwareentwicklung um fast 40 Prozent steigern. Tools wie SAP IBP, Ariba und der Supply Chain Control Tower schaffen Transparenz in komplexen, globalen Liefernetzwerken und ermöglichen Risikomanagement in Echtzeit (besonders wichtig angesichts der Volatilität in Lieferketten). Der Schlüssel liegt darin, Daten nicht zu sammeln, sondern sie systematisch in Entscheidungen umzuwandeln – von der Lieferantenauswahl bis zur Produktionsplanung. McKinsey zeigt jedoch, dass Unternehmen, die eine digitale Transformation begonnen haben, im Durchschnitt nur ein Drittel der erwarteten Umsatzvorteile erzielen – weil sie Automatisierung isoliert betrachten statt sie mit Datenmanagement und klaren Go-to-Market-Modellen zu verbinden. Genau diese Verbindung zwischen Technologie, Daten und Geschäftsstrategie entscheidet über Erfolg oder Scheitern.

Wie Sie Kundenbedürfnisse in digitale Geschäftsmodelle übersetzen

Neue Geschäftsmodelle entstehen nicht durch Technologie allein – sie entstehen, wenn Sie verstehen, welche konkreten Probleme Ihre Kunden haben und wie digitale Lösungen diese lösen. Das bedeutet: Sie müssen raus aus der Produkt-Zentrierung und rein in die Problemlösung. Ein Autohausgruppen-Manager denkt heute nicht mehr nur über Fahrzeugverkauf nach, sondern über die gesamte Mobilitätserfahrung des Kunden – von der ersten Recherche über die Finanzierung bis zur Wartung und dem Verkauf des gebrauchten Fahrzeugs. Hier entsteht Raum für neue Services: Digitale Finanzierungsplattformen, die Transparenz bieten, Wartungs-Abos, die Planungssicherheit schaffen, oder Connected-Services, die das Fahrzeug zum digitalen Ökosystem machen.

Plattformen als Wertschöpfungsmultiplikatoren

Eine starke Kundenzentriertheit in digitalen Geschäftsmodellen bedeutet auch, dass Sie nicht mehr isoliert denken. Ein Fahrzeug ist heute ein Zugangspunkt zu Diensten – Navigation, Entertainment, Smart-Home-Integration, Ladestationen-Management für E-Fahrzeuge. Wer diese Services nicht über Partnerschaften anbietet, verliert an Relevanz. Plattform-Ökosysteme und API-Integration sind deshalb nicht optional: Sie ermöglichen es Ihnen, Wertschöpfung über klassische Grenzen hinweg zu schaffen. Ein Autohändler kann sich als Mobilitäts-Plattform positionieren, wenn er Versicherungspartner, Ladeinfrastruktur-Anbieter, Fintech-Lösungen und Service-Partner in ein nahtloses Kundenerlebnis integriert. Dies setzt technisch voraus, dass Sie APIs bereitstellen, Datenschnittstellen standardisieren und Governance-Strukturen aufbauen – doch der Mehrwert ist enorm: wiederkehrende Einnahmen, höhere Kundenbindung und Schutz vor Disintermediation durch Tech-Konzerne.

Agile Entwicklung als Erfolgsfaktor

Agile Methoden sind kein Buzzword mehr – sie sind notwendig, um überhaupt neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Der Grund ist simpel: Sie wissen nicht im Voraus, welches digitale Angebot Ihre Kunden tatsächlich annehmen. Ein Abo-Modell für Wartungsservices klingt logisch, scheitert aber möglicherweise, weil Kunden lieber Pay-per-Use zahlen. Ein KI-basierter Chatbot für Kundenservice reduziert Kosten, kann aber Vertrauen beschädigen, wenn er komplexe Probleme nicht löst. Deshalb müssen Sie iterativ vorgehen: MVP (Minimum Viable Product) entwickeln, mit echten Kunden testen, lernen und anpassen. Dies funktioniert nur, wenn Ihre Organisation agil ist – wenn Entwicklung, Marketing und Vertrieb nicht in separaten Silos arbeiten, sondern gemeinsam an Hypothesen testen. Ein konkretes Beispiel: Statt ein komplettes Connected-Car-Ökosystem zu bauen, starten Sie mit einer Funktion – etwa digitale Serviceplanung per Smartphone – messen die Adoption und erweitern basierend auf echten Nutzungsdaten. Dies reduziert Risiko und spart Kapital.

Talente und Partnerschaften als Beschleuniger

Ein weiterer kritischer Punkt: Neue Geschäftsmodelle erfordern neue Fähigkeiten im Team. 69 Prozent der Führungskräfte in der Automobilbranche glauben zwar, dass die Transformation auf dem richtigen Weg ist, doch sie erwarten erst 2034, die notwendigen Talente und Fähigkeiten zu haben. Das ist ein enormes Risiko – denn in vier bis neun Jahren können neue Konkurrenten Sie überholt haben.

69 Prozent sehen Fortschritt, aber Talente erst 2034 ausreichend vorhanden - digitale transformation geschäftsmodell

Sie müssen daher sofort in digitale Kompetenzen investieren: nicht nur in technische Skills wie Softwareentwicklung und Datenmanagement, sondern auch in Geschäftssinn für digitale Modelle, Kundenpsychologie und agile Arbeitsweisen (diese Kombination ist entscheidend, da reine Technologie-Expertise ohne Geschäftsverständnis zu Fehlinvestitionen führt). Eine Zusammenarbeit mit Partnern, die diese Expertise haben, ist oft schneller und risikomindernd als der Aufbau im Haus. Genau diese Kombination aus eigenem Aufbau und strategischen Partnerschaften ermöglicht es Ihnen, schneller zu lernen und neue Geschäftsmodelle zu validieren, bevor Sie größere Ressourcen binden.

Was Unternehmen wirklich brauchen, um neue Geschäftsmodelle zu leben

Technologie allein führt nicht zum Erfolg. Die McKinsey-Studie zeigt es deutlich: Unternehmen, die eine digitale Transformation begonnen haben, erzielen im Durchschnitt nur ein Drittel der erwarteten Umsatzvorteile. Der Grund liegt nicht an fehlenden Tools oder Budgets, sondern daran, dass Unternehmen ihre Kultur und ihre Menschen nicht mitgenommen haben. Wenn Ihre Mitarbeiter neue Geschäftsmodelle ablehnen, weil sie ihre etablierten Rollen gefährdet sehen, oder wenn verschiedene Abteilungen gegeneinander arbeiten statt miteinander, scheitert jede noch so gute Strategie.

Transparente Kommunikation schafft Akzeptanz

Sie müssen transparent kommunizieren, warum der Wandel notwendig ist. Ein Vertriebsleiter muss verstehen, dass Abo-Modelle langfristig höhere Gewinne bringen als Einmalverkäufe – und dass sein Bonus-System entsprechend angepasst wird. Ein Produktionsleiter muss sehen, dass der digitale Zwilling seine Arbeit nicht überflüssig macht, sondern sie strategischer und weniger operativ macht. Dies funktioniert nur, wenn Führungskräfte selbst überzeugt sind und als Vorbilder agieren.

Ein weiterer kritischer Punkt: Mitarbeiter müssen an der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle beteiligt sein. Sie wissen oft besser als das Management, welche Kundenprobleme gelöst werden müssen. Ein Serviceberater im Autohaus kennt die echten Schmerzpunkte von Kunden besser als jeder externe Berater. Wenn Sie dieses Wissen nicht nutzen, verpassen Sie entscheidende Insights. Implementieren Sie regelmäßige Workshops, in denen Mitarbeiter aus allen Bereichen Ideen für neue Services oder Prozessoptimierungen einbringen können. Bewerten Sie diese Ideen nicht nach Hierarchie, sondern nach Potenzial. Und wenn eine Idee umgesetzt wird, machen Sie den Mitarbeiter zum Botschafter für dieses Projekt – das schafft Ownership und reduziert Widerstände massiv.

Die richtigen Technologiepartner wählen

Die Wahl Ihrer Technologiepartner bestimmt, wie schnell Sie neue Geschäftsmodelle validieren können. Viele Unternehmen wählen Partner basierend auf Reputation oder Preis – das ist ein Fehler. Ein Partner muss Ihre Branche verstehen, nicht nur die Technologie. Ein reiner Cloud-Provider, der keine Erfahrung mit Automotive-Lieferketten hat, wird Sie in kritischen Momenten nicht richtig beraten. Zweitens muss er agil arbeiten können. Wenn Ihr Partner nur Großprojekte mit 18-Monats-Zyklen umsetzt, passt das nicht zu iterativer Produktentwicklung. Sie brauchen Partner, die schnelle Sprints, regelmäßiges Feedback und Pivots unterstützen. Drittens muss der Partner wirtschaftlich zu Ihnen passen – nicht unbedingt der günstigste Anbieter, sondern der, bei dem das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt und der mit Ihnen wachsen möchte statt nur zu verkaufen.

Bei der Technologieauswahl selbst sollten Sie modulare Systeme bevorzugen. Ein monolithisches ERP-System, das Sie für zehn Jahre bindet, ist zu risikobehaftet. Besser: Bauen Sie auf APIs, Cloud-Services und Best-of-Breed-Lösungen, die Sie austauschen können, wenn sie nicht mehr passen. SAP S/4HANA mit integrierten IoT-Schnittstellen, Ariba für Einkauf und IBP für Supply-Chain-Planung sind bewährte Kombinationen – doch die Architektur muss flexibel bleiben.

Kontinuierliches Lernen als Wettbewerbsvorteil

Lernen und Anpassung sind nicht optional – sie sind der Kern erfolgreicher Transformation. 69 Prozent der Führungskräfte in der Automobilbranche erwarten erst 2034, die notwendigen Talente zu haben. Das ist fatal, weil es bedeutet, dass Sie heute mit dem Wissen von gestern arbeiten. Investieren Sie sofort in kontinuierliches Lernen. Das bedeutet nicht nur klassische Trainings, sondern auch Peer-Learning, interne Hackathons und die Teilnahme an Branchentreffen. Wenn Ihre Teams wissen, welche Trends andere Automotiv-Unternehmen umsetzen, können sie schneller adaptieren.

Ein weiterer Punkt: Bauen Sie Lernzyklen in Ihr Projektmanagement ein. Nach jedem MVP-Launch halten Sie mit dem Team eine Retrospektive – nicht um Fehler zu bestrafen, sondern um zu verstehen, was funktioniert hat und was nicht. Diese Erkenntnisse fließen in die nächste Iteration ein. Dies funktioniert nur, wenn Sie eine psychologisch sichere Kultur schaffen, in der Fehler nicht als Versagen, sondern als Lernmöglichkeit gesehen werden. Generative KI kann hier ein Beschleuniger sein: IBM zeigt, dass KI-Tools die Produktivität in der Softwareentwicklung um fast 40 Prozent steigern können. Das bedeutet konkret, dass Ihre Teams schneller experimentieren und lernen können. Nutzen Sie diese Beschleunigung, um mehr Hypothesen zu testen und schneller zu wissen, welche Geschäftsmodelle wirklich funktionieren.

Schlussfolgerung

Die digitale Transformation von Geschäftsmodellen ist längst Gegenwart statt Zukunft. Unternehmen, die heute nicht handeln, verlieren Marktanteile an Konkurrenten, die bereits automatisieren, datengestützte Entscheidungen treffen und neue Vertriebswege erschließen. Bis 2035 könnten etwa 51 Prozent des Umsatzes von Herstellern aus digitalen und softwarebasierten Dienstleistungen stammen – gegenüber nur 15 Prozent heute. Abo-Modelle, Connected Services und intelligente Plattformen schaffen wiederkehrende Einnahmen und höhere Kundenbindung, während Automatisierung Kosten senkt und Fehlerquoten reduziert.

Technologie allein führt jedoch nicht zum Erfolg. McKinsey zeigt deutlich, dass Unternehmen, die eine digitale Transformation begonnen haben, im Durchschnitt nur ein Drittel der erwarteten Umsatzvorteile erzielen – weil sie Automatisierung isoliert betrachten statt sie mit Datenmanagement und Geschäftsstrategie zu verbinden. Ein digitales Transformationsgeschäftsmodell funktioniert nur, wenn Ihre Organisation agil arbeitet, Mitarbeiter mitgenommen werden und Sie die richtigen Partner wählen (Transparente Kommunikation, Beteiligung bei der Entwicklung neuer Services und kontinuierliches Lernen sind entscheidend). Starten Sie mit einem MVP in einem Bereich mit hohem ROI – etwa digitale Serviceplanung oder Condition Monitoring – und skalieren Sie basierend auf echten Nutzungsdaten.

Investieren Sie parallel in digitale Kompetenzen Ihres Teams und wählen Sie Technologiepartner, die Ihre Branche verstehen und agil arbeiten können. Modulare Systeme wie SAP S/4HANA mit IoT-Integration bieten bewährte Grundlagen, doch die Architektur muss flexibel bleiben. Newroom Media unterstützt Sie mit praxisnahem Wissen und strategischen Insights für Ihre digitale Reise – besuchen Sie uns, um konkrete Umsetzungsstrategien und erfolgreiche Beispiele aus der Automobilbranche zu entdecken.