Der E-Commerce bietet Unternehmen verschiedene Wege, um ihre Produkte und Dienstleistungen online zu verkaufen. Die Business Models im E-Commerce reichen vom direkten Verkauf an Endkunden bis hin zu komplexen Plattformlösungen.
Wir bei Dealer Recode wissen, dass die richtige Wahl des Geschäftsmodells entscheidend für Ihren Erfolg ist. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen die wichtigsten E-Commerce-Modelle vor und zeigen, welche Strategien langfristig funktionieren.
Direktverkauf an Endkunden funktioniert nur mit Traffic
Die Realität des B2C-Modells
Das Business-to-Consumer-Modell im E-Commerce klingt einfach: Sie bauen einen Shop, listen Ihre Produkte auf und warten auf Käufer. Die Realität ist deutlich komplexer. Ein markeneigener Online-Shop allein genügt nicht – das hat Joel Anderson, CEO von Walmart, klar ausgesprochen. Ohne aktive Traffic-Generierung bleibt selbst der beste Shop unsichtbar. Der entscheidende Aufwand liegt in der Kundenakquisition über Suchmaschinen, Social Media, bezahlte Anzeigen und Content-Marketing.
Das B2C-Modell zeichnet sich durch niedrige Startkosten und einfache Shop-Erstellung aus – darin liegt sein großer Vorteil. Allerdings wird dieses Segment zunehmend von starker Konkurrenz dominiert. Wer hier erfolgreich sein will, braucht eine klare Differenzierungsstrategie und kontinuierliche Investitionen in Sichtbarkeit. Für Autohäuser und Autohausgruppen bedeutet das: Ein reiner Online-Shop für Ersatzteile oder Zubehör funktioniert nur, wenn Sie parallel in Marketingkanäle investieren und Ihre Zielgruppe aktiv dort abholen, wo sie nach Lösungen sucht.
Nischenfokus als Wettbewerbsvorteil
Einzelne Produktkategorien und Nischenmärkte bieten konkrete Chancen. Statt alles anzubieten, konzentrieren Sie sich auf spezifische Segmente – etwa Elektrofahrzeug-Zubehör, Wartungskits oder spezialisierte Fahrzeugkomponenten. Dieser fokussierte Ansatz reduziert Konkurrenz und ermöglicht Ihnen, Autorität in dieser Nische aufzubauen. Sie positionieren sich als Experte für genau das, was Ihre Zielgruppe sucht.
Markeneigene Shops und Kundenkontrolle
Die markeneigene Online-Shop-Strategie hat einen zusätzlichen Vorteil: Sie behalten vollständige Kontrolle über das Kundenerlebnis. Sie sammeln Kundendaten, können diese zur Personalisierung nutzen und bauen direkte Kundenbeziehungen auf – ohne Abhängigkeit von Marktplätzen. Das stärkt Ihre Markenloyalität langfristig und gibt Ihnen Einblicke in echte Kundenbedürfnisse.
Allerdings erfordert dieser Weg mehr technische Infrastruktur, Zahlungsintegration und kontinuierliche Optimierung des Checkout-Prozesses (insbesondere die Reduktion von Abbruchquoten). Wer diese Grundlagen professionell aufsetzen möchte, benötigt eine E-Commerce-Plattform, die speziell für Automobilunternehmen konfiguriert ist und sowohl B2C- als auch B2B-Anforderungen unterstützt. Solche Lösungen ermöglichen es Ihnen, schnell zu starten und später in komplexere Geschäftsmodelle zu wachsen – etwa wenn Sie zusätzlich zu Endkunden auch Autohausgruppen oder Werkstätten beliefern möchten.
B2B-E-Commerce: Wie Sie stabile Umsätze durch Großkunden aufbauen
Das B2B-Geschäftsmodell im E-Commerce funktioniert nach vollständig anderen Regeln als der Direktverkauf an Endkunden. Sie verkaufen Großmengen an Wiederverkäufer, Werkstätten oder andere Unternehmen – nicht an einzelne Käufer. Der entscheidende Vorteil liegt in der Planungssicherheit: Wiederkehrende Bestellungen und langfristige Geschäftsbeziehungen schaffen eine stabile Umsatzbasis.

Das Geschäftsmodell erfordert zwar höhere Startkosten und komplexere Systeme als B2C, dafür entfallen aber massive Aufwendungen für Kundenakquisition über Anzeigen und Social Media. Ihre Kunden kommen zu Ihnen, weil sie regelmäßig Nachschub benötigen.
Automatisierte Lieferketten als Wettbewerbsfaktor
Die technische Umsetzung entscheidet über Ihren Erfolg. B2B-Plattformen müssen Bestandsverwaltung, automatisierte Bestellprozesse und Lieferkettenlösungen miteinander verbinden. Während B2C-Shops oft manuell gepflegt werden, benötigen B2B-Systeme API-Integrationen zu ERP-Lösungen und möglicherweise zu Lieferantensystemen. Das reduziert Fehler und beschleunigt die Abwicklung erheblich.
Praktisch heißt das: Ein Kunde loggt sich ein, sieht automatisch seinen verfügbaren Lagerbestand in Echtzeit, kann Bestellungen aufgeben und erhält automatisierte Lieferbescheinigungen – alles ohne manuelle Eingriffe. Für Autohausgruppen, die mehrere Standorte beliefern, ist das ein enormer Effizienzgewinn. Sie sparen Personal bei der Auftragsbearbeitung und reduzieren gleichzeitig Fehlerquoten deutlich. Diese Automatisierung ist nicht optional – sie ist die Grundvoraussetzung, um B2B-Geschäfte in größerem Maßstab profitabel zu betreiben.
Flexible Preislogiken und individuelle Konditionen
Im B2B-Geschäft sind standardisierte Preise oft nicht ausreichend. Großkunden benötigen individuelle Rabattstaffeln, Zahlungsbedingungen und möglicherweise maßgeschneiderte Rechnungsstellung. Das B2C-Modell mit festen Preisen und standardisierten Checkout-Prozessen funktioniert hier nicht. Sie müssen flexible Preislogiken abbilden können – etwa unterschiedliche Einkaufspreise je nach Bestellmenge oder Kundengruppe.
Langfristige Verträge stabilisieren zudem Ihr Geschäft: Ein Autohaus, das sich verpflichtet, monatlich eine bestimmte Menge Teile abzunehmen, bietet Ihnen Planungssicherheit für Lagerbestände und Lieferantenbindung. Die richtige E-Commerce-Plattform muss solche Szenarien abbilden können – von gestaffelten Preisen über Kontraktmanagement bis zu automatisierten Rechnungsprozessen. Wer diese Komplexität mit Standard-Shop-Software versucht zu lösen, scheitert schnell an der Skalierbarkeit. Gleichzeitig eröffnet sich für Autohäuser ein zusätzliches Potenzial: Wenn Sie bereits ein B2C-Modell betreiben, können Sie dasselbe System auch für B2B-Kunden nutzen – mit unterschiedlichen Preisen, Rabatten und Zahlungsbedingungen für jede Kundengruppe.
Marketplace- und Plattformmodelle: Warum Kontrolle wichtiger ist als Reichweite
Die Versuchung ist groß: Sie listen Ihre Produkte auf Amazon, eBay oder branchenpezifischen Marktplätzen auf und hoffen auf sofortige Umsätze. Die Realität ist weniger verlockend. Marktplatzmodelle funktionieren nach einer einfachen Logik – Plattformen nehmen eine Verkaufsgebühr (häufig zwischen 15 und 40 Prozent), Sie liefern die Produkte. Das Problem liegt in der fehlenden Kontrolle: Sie haben keinen Einfluss auf Ihr Kundenerlebnis, Ihre Daten oder Ihre Markenpositionierung. Ein Autohaus, das über Amazon-Marketplace Ersatzteile verkauft, konkurriert direkt mit Dutzenden anderen Anbietern. Die Gebührenstruktur frisst schnell Ihre Gewinnmarge auf. Bei vielen Marktplätzen bleibt am Ende weniger als 20 Prozent Ihres Verkaufspreises bei Ihnen, nachdem Provision, Versand und Logistik abgezogen sind. Für Autohäuser ist dieser Kanal daher nur sinnvoll, wenn Sie Überbestände oder Schnellverkäufer-Kategorien abbauen möchten – nicht als Kerngeschäftsmodell.

Multi-Vendor-Plattformen: Zentrale Koordination statt externe Abhängigkeit
Multi-Vendor-Plattformen, auf denen mehrere Verkäufer gleichzeitig ihre Produkte anbieten, versprechen Skalierbarkeit, erfordern aber erhebliche technische Komplexität. Sie müssen Provisionen verwalten, unterschiedliche Verkäufer-Dashboards betreiben, Zahlungsströme automatisieren und Qualitätskontrolle sicherstellen. Für Autohausgruppen eröffnet sich hier ein anderes Potenzial: Statt als Verkäufer auf fremden Plattformen tätig zu sein, bauen Sie selbst eine Multi-Vendor-Plattform für Ihre Gruppe auf – etwa um mehrere Standorte zentral zu koordinieren oder um unabhängige Werkstätten als Partner einzubinden. Das erfordert eine spezialisierte E-Commerce-Plattform, die Multi-Vendor-Funktionalität mit automatisierter Provisionsabrechnung verbindet. Solche Systeme ermöglichen es, dass jeder Standort sein eigenes Inventar verwaltet, während die Gruppe zentral Kampagnen steuert und Daten analysiert. Sie behalten damit die volle Kontrolle über Ihre Marke und Ihre Kundenbeziehungen.
Social Commerce und Community-Vertrauen als Differenzierungsfaktor
Social-Commerce-Modelle und Community-getriebene Ansätze funktionieren in der Automobilbranche deutlich besser als auf klassischen Marktplätzen. Hier geht es nicht um anonyme Transaktionen, sondern um Vertrauen und Beziehung. Ein Autohaus, das eine Community von Elektrofahrzeug-Besitzern auf Facebook oder in einem eigenen Forum aufbaut, schafft Bindung statt reiner Transaktionen. Innerhalb dieser Communities bieten Sie Beratung an, tauschen Erfahrungen aus und empfehlen später gezielt Produkte oder Dienstleistungen. Das funktioniert nur, wenn die Community echten Mehrwert bietet – nicht wenn Sie sie als reiner Verkaufskanal missbrauchen. Ein praktisches Beispiel: Ein Autohaus mit starker EV-Community teilt Ladetipps, beantwortet Versicherungsfragen und empfiehlt später spezifische Zubehörprodukte, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Der Umsatz folgt aus Vertrauen, nicht aus Sichtbarkeit auf einer Plattform.
Vergleichsplattformen: Sichtbarkeit nutzen, ohne die Kontrolle zu verlieren
Aggregatoren und Vergleichsplattformen sind für Autohäuser doppelt relevant – zum einen als Vertriebskanal, zum anderen als Marketinginstrument. Wenn Ihre Fahrzeuge auf AutoScout24, mobile.de oder Vergleichsportalen auftauchen, erhöht das Sichtbarkeit erheblich. Allerdings sind diese Plattformen auch Konkurrenz zu Ihrem eigenen Online-Kanal. Viele potenzielle Kunden finden Sie über diese Portale und vergleichen dort Preise, bevor sie Ihr Autohaus direkt kontaktieren. Das bedeutet: Sie zahlen für Sichtbarkeit auf Portalen, verlieren aber Kontrolle über den ersten Kundenkontakt und den Preiswettbewerb. Die Strategie sollte daher sein, auf Vergleichsplattformen präsent zu sein, aber gleichzeitig Kunden aktiv auf Ihre eigene Website zu leiten – mit besseren Informationen, Beratungsangeboten oder exklusiven Konditionen. Ein markeneigener Online-Shop mit hochwertigen Fahrzeugbeschreibungen, 3D-Bildern oder virtuellen Besichtigungen bietet Mehrwert, den Vergleichsplattformen nicht leisten können. Für Autohausgruppen macht es Sinn, beide Kanäle parallel zu nutzen: Vergleichsportale für Reichweite, der eigene Shop für Kontrolle und Differenzierung.
Erfolgreich in die E-Commerce-Zukunft
Unternehmen, die langfristig erfolgreich sein wollen, kombinieren mehrere Business Models in E-Commerce strategisch miteinander statt auf ein einzelnes Modell zu setzen. Ein Autohaus, das B2C-Direktverkauf mit B2B-Großkundengeschäft verbindet und gleichzeitig auf Vergleichsplattformen präsent ist, nutzt seine Chancen optimal.

Diese hybriden Strategien erfordern eine zentrale technische Grundlage: eine E-Commerce-Plattform, die alle Kanäle nahtlos miteinander verbindet und Omnichannel-Management ermöglicht.
Künstliche Intelligenz verändert die Spielregeln fundamental (personalisierte Produktempfehlungen, automatisierte Kundenberatung und datengestützte Preisoptimierung sind heute bereits wirtschaftlich sinnvoll). Für Autohäuser bedeutet das konkret: Ein Kunde, der sich für Elektrofahrzeug-Zubehör interessiert, erhält automatisch passende Wartungskits oder Ladezubehör empfohlen. Diese Intelligenz funktioniert nur, wenn Ihre Plattform Kundendaten sammelt, analysiert und in Echtzeit nutzt – bei voller Transparenz gegenüber Ihren Kunden.
Nachhaltige E-Commerce-Geschäftsmodelle zeichnen sich durch technische Stabilität, echte Kundenorientierung und kontinuierliche Optimierung basierend auf Daten aus. Sie benötigen eine Plattform, die speziell für die Automobilbranche konfiguriert ist und sowohl B2C- als auch B2B-Szenarien unterstützt. Newroom Media begleitet Autohausgruppen genau bei dieser Transformation und zeigt, welche Technologien und Strategien wirklich funktionieren.

